Konstrukt

Organisationale Energie

ist die Kraft, mit der Unternehmen arbeiten und Dinge bewegen.

Die Stärke Organisationaler Energie zeigt an, in welchem Ausmass Unternehmen ihr Potential zur Verfolgung zentraler Unternehmensziele aktiviert haben.

Forschungen haben gezeigt, dass Organisationale Energie deutlich positiv mit Unternehmenserfolg, Profitabilität und Kundenzufriedenheit korreliert.

Methode

Die Energiemessung

erfolgt anhand einer speziellen standardisierten Mitarbeiter-befragung.

Mit nur 12 Fragen lässt sich der Energiezustand eines Teams, einer Gruppe oder eines ganzen Unternehmens zuverlässig ermitteln und anschliessend mit Benchmarks vergleichen.

Strategie

Vier Grundzustände

der Energie sind typisch für Unternehmen:

Ausgehend von dem eigenen Energiezustand lassen sich Leadership-Strategien zur Steigerung, Fokussierung oder zum Erhalt produktiver Energie entwickeln.

 

Organisationale Energie

Organisationale Energie ist die Kraft, mit der Unternehmen zielgerichtet Dinge bewegen. Ihr Ausmass ist massgeblich für den Erfolg von Unternehmen verantwortlich.

Das Konzept der Organisationalen Energie wurde unter Leitung von Frau Prof. Dr. Bruch im Rahmen des Organizational Energy Program (OEP) am Institut für Führung und Personalmanagement (I.FPM) in der Universität St. Gallen ab 2001 entwickelt.

Bitte klicken Sie auf die Reiter unten, um mehr über Organisationale Energie zu erfahren.

Konstrukt

Das Konstrukt der Organisationalen Energie

Organisationale Energie – die Kraft mit der Unternehmen zielgerichtet Dinge bewegen – ist für die Leistungsfähigkeit von Unternehmen vor allem für Wachstum, Wandel und Innovation entscheidend.

Der Grad an Organisationaler Energie zeigt, in welchem Ausmass ein Unternehmen sein emotionales, mentales und verhaltensbezogenes Potenzial zur Verfolgung seiner Ziele mobilisiert hat.

Zum Ausdruck kommt Organisationale Energie in der Vitalität, Intensität und Geschwindigkeit der Arbeits-, Veränderungs- und Innovationsprozesse eines Unternehmens.

Dimensionen

Die zwei Dimensionen zur Erfassung Organisationaler Energie

Es lassen sich verschiedene Zustände Organisationaler Energie unterscheiden. Diese können mit Hilfe von zwei unabhängigen Dimensionen beschrieben werden – Intensität und Qualität.

Die Intensität der Energie spiegelt das Ausmass der Aktivierung der Potenziale eines Unternehmens wider und zeigt sich z.B. im Aktivierungsniveau, in der Interaktions- und Kommunikationsintensität sowie im Ausmass von Wachsamkeit und emotionaler Spannung.

Die Qualität der Energie beschreibt, inwieweit emotionale, mentale und verhaltensbezogene Potenziale auf gemeinsame zentrale Unternehmensziele ausgerichtet und produktiv nutzbar gemacht bzw. inwieweit sie eher destruktiv eingesetzt worden sind.

Zustände

Die Zustände Organisationaler Energie

In den meisten Unternehmen dominiert einer der vier typischen Energiezustände:

Im Zustand angenehmer Energie sind Unternehmen durch Zufriedenheit mit dem Status Quo, eine geringe Handlungsintensität, tendenziell reduzierte Aufmerksamkeit und geringe emotionale Spannung gekennzeichnet.

Resignative Trägheit zeigt sich in Gleichgültigkeit, innerem Rückzug oder Distanzierung gegenüber Unternehmenszielen. Es herrschen Emotionen wie Frustration und Enttäuschung vor, und das Aktivitätsniveau ist deutlich reduziert.

Bei korrosiver Energie sind Unternehmen durch hohe Aktivität, Wachheit und emotionale Anspannung gekennzeichnet; diese werden jedoch nicht konstruktiv, sondern für interne Kämpfe, Mikropolitik und die Verhinderung von Innovation und Wandel genutzt.

Unternehmen mit hoher produktiver Energie zeichnen sich durch intensive positive Emotionen, hohe Aufmerksamkeit und ein hohes Aktivitätsniveau aus. Die mobilisierten Potenziale sind auf die Erreichung der gemeinsamen übergeordneten Ziele ausgerichtet.

Die energy factory St. Gallen AG verfügt über ein Verfahren zur Messung dieser Energiezustände in Unternehmen. Die fragebogenbasierte Energiemessung zeigt Unternehmen in einem individualisierten Energieprofil, wie stark die verschiedenen Energiezustände insgesamt und in unterschiedlichen Unternehmensbereichen ausgeprägt sind.

Fallen

Energiefallen

Unternehmen insgesamt aber auch Unternehmensbereiche und Teams können in verschiedene typische Energiepathologien geraten. Das I.FPM kennzeichnet diese als Energiefallen, die in kritischen Energiezuständen resultieren können.

Die Trägheitsfalle entsteht durch zwei Entwicklungen: Zum einen erleben viele Unternehmen lange Erfolgsphasen in stabilen Märkten, die zu grosser Erfolgssicherheit, aber auch zu eingefahrenen Verhaltensmustern führen. Bei Veränderungsdruck fällt es diesen Unternehmen dann schwer, sich von bestehenden Erfolgsmustern zu lösen. Zum anderen werden Unternehmen träge durch dauerhaftes Arbeiten unter den eigenen Möglichkeiten.

Bei der Korrosionsfalle kippt hohes und produktives Engagement in intensive negative, fehlgeleitete oder blockierte Energie, z.B. durch eine Diskrepanz zwischen der Handlungsbereitschaft von Unternehmenseinheiten und den ihnen tatsächlich eingeräumten Spielräumen. Die Einsatzbereitschaft entlädt sich in anderen Aktivitäten, u.a. gegenüber anderen Bereichen oder für eigene, den Unternehmenszielen widersprechende Ziele. Ärger, Wut, Aggression und destruktives Verhalten entsteht auch durch unzureichende Unterstützung, fehlendes Engagement oder geringe Integrität von Führungskräften. Wegen des einschneidenden Erlebnisses kann die Korrosionsfalle die Zusammenarbeit im Unternehmen nachhaltig gefährden.

Arbeiten die Unternehmenseinheiten und Mitarbeiter permanent und langfristig mit erhöhtem Einsatz, hoher Geschwindigkeit und Intensität, droht dem Unternehmen die Beschleunigungsfalle, da sie dauerhaft an die Grenzen der Belastbarkeit getrieben werden. Auf Ermüdungserscheinungen und damit verbundene geringere Leistung wird häufig mit verstärktem Druck, zusätzlicher Beschleunigung und noch höheren Anstrengungen reagiert. Die anhaltend hohen Kraftanstrengungen führen so zu Energiemangel und manifestieren sich in Symptomen wie Change-Müdigkeit und organisationalem Burnout. Finden Sie hierzu ein Interview mit Prof. Bruch unter:

http://hbr.org/2010/04/the-acceleration-trap/ar/1

 

Strategien

Strategien

Im Wesentlichen stellen sich Führungskräften drei Herausforderungen und damit zentrale Aufgaben des Energiemanagements:

Die erste Herausforderung für das Management ist die Mobilisierung von Energie. Führungskräfte können je nach Unternehmenssituation auf zwei unterschiedliche Leadership-Strategien zurückgreifen: Mobilisierung durch sich abzeichnende Bedrohungen – „Slaying the Dragon“ Strategie – oder durch faszinierende Zukunftschancen – „Winning the Princess“ Strategie.

Die Fokussierung von Energie bezieht sich auf die positive Ausrichtung bereits vorhandener hoher Aktivität, Wachheit und emotionaler Involviertheit. Sind Energien jedoch nicht produktiv zur Erreichung der Unternehmensziele eingesetzt, sondern destruktiv nach innen gerichtet, kann die Leadership-Strategie „Korrosive Energie abbauen“ eingesetzt werden.

Die dritte Herausforderung betrifft das Haushalten mit bzw. den Erhalt und die Förderung von Energie im Unternehmen. Sie richtet sich darauf, Energiefallen zu vermeiden und die Schwungkraft produktiver Energie nachhaltig zu erhalten.

Literatur

Literatur

 
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